Archiv für den Monat November 2012

Fr, 27.7. Hampi

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Nach einer furchtbaren Nacht mit Magen-Darm-Problemen und noch mehr, was ich an dieser Stelle nicht erwähnen möchte, frühstücken Elise, Jakob und ich. Ich beschränke mich heute auf meinen Artemisia-Tee. Den Zwei geht es auch nicht so gut, haben aber andere Beschwerden. Ich habe MEGA-Kopfschmerzen, was wohl das Schlimmste ist.

Später am Tag. Irgendwo in einer Siedlung.

Wir fuhren über den „Bananen-Pfad“, den ich gestern entdeckt hatte. Er führte noch weiter, als ich ihn am Vortag gefahren bin. Später kamen wir auf eine asphaltierte Straße, die durch mehrere kleine Ortscafteen führte und uns richtung Nordosten brachte, bevor wir umkehrten. Indien ist wirklich sehr groß. 🙂

Kurz bevor wir wieder an der Abzweigung zum Bananenpfad waren, bemerkte ich, dass ich einen Platten hatte! Wir waren in dem Dorf, in dem wir zuvor einen halben Liter Sprit gekauft hatten. Abgefüllt in einer Nestea-Plastikflasche. Besser nicht mit dem Originalinhalt verwechseln!). Jakob und Elise fuhren zurück nach Hampi, um den blöden Motorradvermieter zu holen, der uns diese dauerhaften zweirädrigen Sorgenkinder angedreht hatte. Ich blieb zurück. Eine Traube von Männern scharte sich um mich, die zuvor ein Spiel mit kugelrunden Steinen gespielt hatte und sich nach Steinwürfen aufs übelste beschimpften, zumindest klang es so für mich. Vermutlich fachsimpelten sie ganz friedlich, ob der Wurf nun drei oder vier Punkten zu werten sei. Zurück zur Männertraube: Mir wurden sämtliche Preise von 30 bis 300 Rupien für die Reparatur des Reifens genannt. Es dauerte eine Weile, bis ich allen vermittelt hatte, dass ich nicht für die Reparatur aufkommen würde und sich alle verzogen hatten, weil es bei mir nichts zu holen gab.

Später, ich hatte mich auf eine Art großen Steintisch gesetzt, kamen zwei Dorfbewohner und zeigten sich sehr interessiert, was mein Schreiben anging. Einer der Beiden schien Analphabet zu sein; er länger blieb länger als der Andere und „laß“ eine Seite, indem er gegen die Leserichtung mit dem Finger über die Zeilen fuhr. Er sah mich freundlich und dankbar an und schüttelte mir herzlich die Hand.

[Über den Rest des Tages habe ich nichts mehr geschrieben. Der Motorradvermieter kam, reparierte den Schlauch und stellte uns leider alles in Rechnung. Der Schlauch musste ausgetauscht werden, weil er schon ca. 1000 mal geflickt wurde und wir ihm nun den Rest gegeben hatten. Jakob, der den Kerl mit dem Motorrad zu mir in das Dörfchen gebracht hatte, fand das auch. Kaum waren wir auf dem Rückweg, hatte der Schlauch an Jakobs Motorrad ein Loch! Nicht zu fassen… blöderweise bekam Jakob nun die Schuld in die Schuhe geschoben, da ärgerlicherweise er am Steuer der Maschine saß. Wir saßen am kürzeren Hebel: Man muss sich in Hampi als Tourist bei der Polizei anmelden, wenn man im Dorf ankommt. Hatten wir natürlich nicht getan. Wir handelten die Reparatur- und Materialkosten auf ca. 10€ herunter und bissen in den sauren Apfel, um weiteren Problemen zu entgehen…]

Do, 26.7. Hampi. Scharfes Essen und Hunde

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Die Frau des Internetcafébesitzers ließ mich eines von Ihren Chilli-Pakoras (in tierisch scharfen Teig frittierte Chillischoten, als wäre eine scharfe Zutat nicht genug) probieren. Allerdings war das Ding so verdammt scharf, dass ich es beim besten Willen nicht essen konnte. Ich nahm einen gewaltigen Bissen , trotz Schärfe, meinen akuten Magen/Darmproblemen und vollem Magen. Ich wollte die Köchin nicht beleidigen. Beim Verabschieden nahm ich nocheinmal einen großen Bissen, den ich allerdings in sicherer Entfernung entsorgte, es war einfach nicht essbar, geschweigedenn genießbar. Den Rest warf ich einer herumstreunenden Straßenhunddame zu, die sich erst freute (Schwanzwedeln, dankbarer Blick), dann daran roch und mich teils fragend, teils mitleidig ansah („Ist das dein Ernst?!“) – selbst einem armen, ausgehungerten Tier war  das Ding nicht zumutbar.

 

Do, 26.7. Hampi

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Heute war ein megageiler Tag. Nach dem Frühstücl im Chill Out mit Jakob und Elise gings zum Schneider, bei dem ich mir für 250 RS eine bordeaurote Hose anfertigen ließ, bzw. in Auftrag gab.

Danach mieteten wir uns sehr leichte Motorräder (35ccm) für 100 Rs (+ 40 Rs für 3 Leihhelme und für 190 Rs Sprit). War garnicht so einfach Helme aufzutreiben. Wir  kauften uns dann ein paar Früchte (Bananen, Mangos und grüne, limettengroße Dinger mit harten kleinen Kernen, die ich für nicht so schmackhaft befand) und gingen auf Tempelsafari! Wir sahen uns alles in der Gegend an, was groß und kostenlos war.

Wir beschlossen dann den Fluss zu überqueren, was uns aber fast das fünfache des Einheimischen-Preis gekostet hätte! Halsabschneider. Also drehten wir um und fuhren wir weiter… Kurz darauf ging der Motor meines Motorrädchen ständig aus, was sehr anstrengend uwar und uns bzw. mir große Sorgen bereitete – immerhin waren wir ca. 30km in der Wüste. Später erfuhren wir, dass der Schalter, den wir umgelegt hatten für die „Freigabe“ der zweiten Tankhälfte war und dem Motor keinen Schaden zufügte, wie wir befürchteten. Hätten die uns ja mal sagen können.

Wir tauschten auf der Rückfahrt die Motorräder, weil Elise und Jakob ihren Zug buchen wollten und ich eine Straße entlangfahren wollte, die ich vom Bergtempel aus gesehen hatte. Die Straße war toll! Staubiger, orange-roter Boden, links Zuckerrohr- und Bananenfelder, rechts Felsen und ein Bach. Auf dem Weg trieben ein paar Einheimische ihre Wildpferde und Ziegen auf eine „Wiese“ (o.ä.), um sich dann zu ihren Freunden/Kollegen/Familienmitgliedern zu gesellen. Die Schnalzlaute des Pferdetreiber waren beeindruckend, da er perfekt eine Kröte immitierte. Auf dem Rückweg hatte ich dann auch mit diesem Motorrad die Motorprobleme, wusste aber noch nicht, wie ich sie lösen sollte. [Auf dem Pfad habe ich übrigens auch zum ersten mal frisches Zuckerrohr probiert 😉 ]

Mi, 25.7.12 Hampi

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Heute früh bin ich um 6.30 vom Lärm der Leute auf der Straße und der schlechten Matratze + Decke aufgewacht. Auf einem kleinen Spaziergang durch das Dorf empfahl mir ein Engländer zum Fluss zu gehen, weil dort der Tempelelefant Lakshmi um 8:30 gewaschen wurde. Elise und Jakob hatte ich leider umsonst geweckt, weil es einfach total unspektakulär und sehr „touristisch“ war.

Beim Frühstück im Chill Out trafen wir wieder den Psychologiestudenten Nikolai aus P. , den wir am Vortag getroffen hatten. Nachdem wir im Virupaksha-Tempel waren (es ist der größte der Tempel in der Gegend und sein „Turm“ ist mehr oder weniger Hampi’s Wahrzeichen), schlenderten wir über den Basar (zu dieser Jahreszeit sehr dürftig!).

Auf zu den Ruinen! Nach einem Fotoshooting an einem Findling gingen wir zum Ashram Hampis.

Es handelte sich dabei um eine Ansammlung von weißen Häusern außerhalb von Hampi… Von dort aus bestiegen wir einen riesigen  Steinhaufen auf dessen Spitze sich ein Tempel befand: Matanga Hill, ca. 530m über dem Meeresspiegel, also ca. 100m über der Ebene, auf der Hampi liegt. Der Aufstieg wahr anstrengend, lohnte sich aber seh; die Aussicht vom Tempeldach ist überwältigend!

Beim Abstieg wurden wir von einem Affen belästigt, der bis auf einen halben Meter auf uns zu kam. [Im Video kommt das leider nicht so gut rüber.]

Ich hatte ziemlich angst um meine Camera, die ich zu diesem Zeitpunkt auf meinem Kopf trug und vom Affen fixiert wurde – ein vortreffliches Spielzeug! Nachdem ich 3m geflüchtet war zog Elises Tasche die Aufmerksamkeit des Affens auf sich, deren Besitzerin davon besonders „begeistert“ war, zumal sie auf der Spitze eines großen Steins balancierte. Zum Glück merkte der Affe, dass es bei uns nichts zu holen gab und machte sich vom Acker. Die Steinchen, die ich nun sammelte waren leider umsonst, weil wir keinem weiteren Affen begegneten.
Video

Später aßen wir im Flussrestaurant, wo ich mir ein Thali bestellte. Es war ganz lecker, aber nicht so gut, wie das in Mumbai. Elise schlief nach dem Essen ein; ich verließ die Zwei, nachdem ich noch mit drei Australiern geschwätzt hatte. Ich schlenderte durch das Dorf, als mich ein heftiger Regenguss überraschte. Es war zu diesem Zeitpunkt recht kalt, sodass ich angst um meine Gesundheit hatte. Ich flüchtete mich zu einem schielenden Mann (es gibt sehr viele schielende Inder), der mir einen Platz unter seinem Vordach anbot. Den restlichen Abend verbrachte ich im zu dem Dach gehörenden Internetcafe. Um kurz vor 10 trafen sich Elise, Jakob und ich, um einen Lassi zu trinken. Hier trafen wir ein französisches Pärchen, mit dem ich schon einmal ein Schwätzchen gehalten hatte. Sie wurden übers Ohr gehauen, als sie sich vermeintliches Haschisch-Öl kauften.

Dienstag, 24.7.12 die Zweite: Elise und Jakob

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Später setzte sich ein „Hospetaner“ zu mir. Sein Name ist Sam. Wir redeten über die typischen „Touristen-und-Inder“-Themen und er klärte mich über die Preise auf, die ich zu zahlen hätte, ohne von Rikshafahrern übers Ohr gehauen zu werden.

[Währenddessen fuhren wir über ein Flussbett, in dem nur noch ein Rinnsal zu sehen war, an dem Frauen Klamotten wuschen. In der Ferne konnte man einen Damm erkennen.]

Hampi.

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Kaum angekommen traf ich auf Jakob und Elise, die sich als Deutsche herausstellten. Zusammen handelten wir den Rikshafahrer auf 150Rs herunter, der uns natürlich abzocken wollte. Er bedrängte uns in ein bestimmtes Hotel zu gehen, was „einem Freund“ gehörte. Wir sagtem ihm, wohin wir wollten (Bazar), wurden aber doch zu dem Hotel des „Freundes“ gebracht, wo wir von mindestens 5-7 Indern und Inderinnen belagert wurden! Es war unglaublich. Ein Wortbombardement. „Buy this, buy that, very cheap“, „Come with me, very cheap hotel“ … Der Rikshafahrer hatte uns schon während der fahrt erzählt, dass aus irgendwelchen Gründen große Teile des Dorfes zerstört worden wären [Tatsächlich, weil viele Häuser illegal auf das Tempelgrundstück gebaut wurden. Nun möchte die Regierung das Tempelumfeld wieder originalgetreu herstellen.], um dies zu unterstreichen, fuhr er uns auf dem Weg zu unserem ungewollten Ziel durch eine Ruinenstraße. Es gäbe nur 5 Hotels, und alle waren natürlich ausgebucht, bis auf das Eine.

Nach einer energischen Diskussion mit dem Fahrer und einem Hindernis auf der Straße (ein großer Wassertransporter hatte uns einen riesigen Schlauch in den Weg gelegt, irgendwie haben wirs dann doch noch geschafft) wurden wir dann doch noch 20m weiter (Hampi ist winzig!) zum „Chill Out“, einem gemütlichen Café-Dingens kutschiert, was Jakob und Elise von anderen Backpackern empfohlen wurde. Es hatte geöffnet, obwohl es laut dem dreisten Rikshafahrer „auch geschlossen“ war. Soso.

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Das Chill Out ist auf einem Flachdach eines Hauses. Es ist Bambus/Strohdach, Sitzkissen und niedrigen Steintischen ausgestattet und macht dabei seinem Namen alle Ehre. Auch hier wurden wir beim Aussteigen aus der Riksha von einer Menschentraube umzingelt, die sich aber nach dem köstlichen Mahl (Käse-Knoblauch-Naan(-Brot) mit einer Art Ei-Curry sehr lecker!) im Chill Out verzogen hatte. Unsere Hotelsuche bestaltete sich als unerwartet kurz: Gegenüber ist nämlich das „Gouri Guest House“, welches uns von den schon genannten Backpackern empfohlen wurde.

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250 Rupien die Nacht für ein sehr helles und supersauberes Zimmer mit Wahnsinnsaussicht auf die Felsen… Wir wollten uns ein Anderes ansehen, bekamen es aber daraufhin doch für 200 Rs die Nacht und blieben.
(Im Chill Out trafen wir noch einen anderen Deutschen, der uns von den anderen Hotels erzählte, wir konnten sehr zufrieden mit dem Unsrigen sein.)
Jakob studiert Grafikdesign, Elise richtung Biomedizin, beide in Utrecht. Sie kamen aus dem Norden (Delhi, Kashmir, …) und hatten so manches frauenfeindliche Höllenszenario und andere spannende Abenteuer durchstanden.
Nachdem ich geduscht hatte, ging ich rüber ins Nachbarzimmer zu den Zwei. Auf einmal raschelte es furchtbar laut aus meinem Zimmer: Einer der zahlreichen Affen lugte mit einer meiner Oreo- und Bananenchipspackungen aus der Tür, hüpfte zu einer der am Galender befestigten Holzstangen, sah mich mit leerem Blick an („Und jetzt? Was willst du tun, Mensch?“) und verschwand übers Dach. Ich sah das Ganze eigentlich sehr locker, war aber in dem Moment doch etwas entsetzt (Ich wusste ja nicht, was der Gute noch so alles mitgehen ließ.), lachte aber anschließend über die Aktion. Wer kann schon von sich behaupten schon einmal von einem Affen beklaut worden zu sein? [Ich habe in Indien keinen einzigen Bananenchip gegessen, scheinbar hat mich der Affe wohl doch irgendwie geschädigt…]
Nach dem teuren Geldwechseln gingen wir in ein sehr cooles Restaurant am Dorfrand. Von hier aus hatte man einen prächtigen Ausblick auf den Fluss und die unwirkliche Felslandschaft, die von der untergehenden Sonne angestrahlt wurde.
Die Zirpen grillen übrigens wunderschön hier…
[Hier eine wunderbare Dokumentation über das Dorf, Flora, Fauna und das Reservart]

Dienstag, 24.7.12, 8:10, Zug nach Hampi

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Jetzt sitze ich doch im richtigen Zug. Nach einigen Strapazen und Stress verursacht durch meine Unwissen- und Unsicherheit gegenüber den indischen Gepflogenheiten was die Eisenbahnfahrkultur angeht, habe ich mich nach zwei Platzverweisen auf eine Bank gesetzt, auf der ein netter Mann saß. Er verunsicherte mich zwar zuerst, ob ich nun tatsächlich im richtigen Zug säße, mich aber „am End“ doch bestätigte. Mein Zug hatte ca. 15 min Verspätung, das Einsteigen ist äußerst chaotisch und noch nicht mal die Einheimischen kennen die Endstation des Zuges. Jetzt gehts erstmal 350Km gen osten nach Hospet, dann 12 km mit der Autoriksha nach Hampi!

Goa war super, alles andere als die Partyhochburg, für die ich sie gehalten habe, auch wenn der Monsunregen seinen Teil dazu beigetragen hat. Sydelle und ihre Kumpels (übrigens ausschließlich männlich) sind coole Säue und ich werde definitiv den Kontakt zu ihnen oder ihr halten. Goa, der Staat der Strände, Kokosnüsse und Motorroller! In umgekehrter Reihenfolge. Nie werde ich die Fahrt mit Shaggy am Steuer vergessen. Quer durch den Dschungel, auf und ab, ohne Helm bei wahnsinnigen Geschwindigkeiten. Ein kleiner Sprung über eine Brücke und Shaggy’s gemurmeltes „Sorry“ von vorne.

Auf einer Royal Enfield bin ich jetzt auch gefahren, allerdings nur als Beifahrer 😉 Ranjit, der Besitzer von Navin’s Inn und Manjus Vorgesetzter hat mich heute morgen zum Taxistand in Colva gefahren.

Gerade sind wir an den zweitgrößten Wasserfällen Indiens vorbeigefahren. Unglaublich! So kam ich ins „Gespräch“ mit meinen Mitreisenden: Einer 16-köpfigen Familie, die aus Orissa kommt. Leider sprachen  zwei der Männer mit denen ich mich unterhielt höchstens zwei bis drei Wörter Englisch, sodass wir uns hauptsächlich mit Zeichen, Händen und Füßen verständigen mussten. Nachdem wir uns über unsere Reiserouten ausgetauscht hatten (die Familie machte eine Tour durch Zentralindien) zeigte ich den Männern meine Kamera, von der sie fasziniert waren und sich fotografieren lassen wollten. Die einzige Frau, die ich von der Familie kennenlernte (sie war eine Abteilsnachbarin), zierte sich zunächst, weil sie nicht aufs Foto wollte, aber auf freundliches drängen der Männer dann doch einwilligte. Mal sehen, ob die Bilder was geworden sind…

Das zentrale Thema war allerdings meine Familie. Ich erzählte, dass ich verheiratet wäre und zwei Kinder hätte, was sie ganz großartig fanden. Ca. acht Familienmitglieder versammelten sich um das erfragte Foto und bewunderten meine Freundin. Danach setzte sich ein etwa gleichalteriger Junge  (oder etwas jünger als ich) zu mir. Er sprach sehr gut Englisch und war mit seinem Vater auf dem Weg nach Kerala (ausgesprochen: „Kerrrla“), wo er eine Eignungsprüfung machen, oder ein Studium beginnen wollte. Er wurde in „Südarabien“ geboren und lebte dort, weil sein Vater (der „nette Helfer“, den ich nach dem Ziel des Zuges gefragt hatte) dort arbeitete. Vater und Sohn stammten aus Kerala, bzw. wohnten da, so erfuhr ich einiges über den Bundesstaat und viel allgemeines über Indien: Anzahl der indischen Sprachen,  Bildungsstandards, Bevölkerungsdichten, etc. Wir unterhielten uns auch über Europa, wo ich dort schon überall herumgereist bin, Automarken, Sprachen, usw. Er wollte Medizin studieren, am liebsten in Deutschland. Ich erzählte ihm was ich wusste und riet ihm sich auch über ein Studium in den Niederlanden zu informieren.

Montag, 23.7.12, Goa

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Heute war ich um 10 Uhr am KTC, dem Margao’er Busbahnhof. Von Da aus gings mit einem gemieteten Moped und Sydelle nach Alt-Goa. Dort haben wir uns einige Kirchen und unter freiem Himmel verottnde Steinmetz-Kunst von vor vielen Jahrhunderten angesehen.

Dort habe ich auch meine erste „Pay Toilet“(öffentliche Toilette, BÄH!!!)-Erfahrung gemacht. IIIIHHH!!!! Zum Glück gab es eine Tür mit der Aufschrift „Europeans“, geholfen hat mir das trotzdem nichts. Wasereimer. Naja, ich hatte mich zum Glück vorher mit Servietten eingedeckt. Dreckig sind die Toiletten für Europäer trotzdem.

Der Typ am „Tresen“ hat mir dann auch gleich noch den 4fachen Preis für den Klogang abgeknüpft: 20 Rupien. Hm. Wieder was gelernt. Durchfall habe ich immer noch keinen, nur das Masala-Zeugs (die indischen Gewürze) wirkt, dank der ayurvedischen Lehre, etwas abführend.

[Ja, die letzten Sätze waren etwas unappetitlich. Aber das ist Indien für Europäer, und ich habe mich für die authentische Form des Reiseberichtschreibens entschieden. Ihr sollt ja was lernen.]

Danach gings nach Nord-Goa, einer wunderschönen Ecke. Dort geht die Party, wenn nicht gerade Monsunzeit ist. Wir waren nach der wunderschönen Dschungelfahrt am Vagator/Anjuna/Ozran Beach (bin mir nicht mehr ganz sicher, wie er hieß), wo ich meine erste Kokosnuss eigenhändig geschält, aufgesägt und leergetrunken habe! Lecker! Was für ein Erlebis…

Sie war recht jung, deswegen voll mit Kokosmilch und Richtung „unten“ (da wo die drei Punkte sind) immer weicher. Sydelle erzählte mir, dass man aus Baby-Kokosnüssen Blutplasma-Ersatz gewinnen könne. Abgefahren.

Wir sind dann noch nach Panaji gefahren, wo ich eine Sitar ausprobiert habe. Leider ein Rechtshänderinstrument, hat aber trotzdem funktioniert. Der Preis ist phänomenal: 8000 Rs —> 120€ (und ein Tabla-Set 80€) [Am ende meiner Reise habe ich viel hochwertigere und auch teurere Instrumentegekauft. Mehr dazu später.] Wir trafen an einem Sandwich-Stand einen Kumpel Sydelles: Er ist Gitarrist und Multitalent an allen Instrumenten. Er riet mir zu einer E-Sitar für 1100 Rs, also 160€. Ein Witz, wenn man sich die Preise in Deutschland anschaut!

Nach der Unterhaltung haben wir uns die Bäuche mit indischen Köstlichkeiten, hauptsächlich Sandwiches mit Kartoffel- und Käsebelag, vollgetopft. Die 500g Süßigkeiten habe ich leider in Sydelles Tasche vergessen! Verdammt! [Sydelle wird mir in den nächsten Tagen erzählen, dass Sie die Süßigkeiten auch vergessen hatte und sie den Ameisen zum Opfer fielen.]

Morgen gehts um 7 Uhr zum Bahnhof von Margao, dann nach Hampi!