Dienstag, 24.7.12 die Zweite: Elise und Jakob

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Später setzte sich ein „Hospetaner“ zu mir. Sein Name ist Sam. Wir redeten über die typischen „Touristen-und-Inder“-Themen und er klärte mich über die Preise auf, die ich zu zahlen hätte, ohne von Rikshafahrern übers Ohr gehauen zu werden.

[Währenddessen fuhren wir über ein Flussbett, in dem nur noch ein Rinnsal zu sehen war, an dem Frauen Klamotten wuschen. In der Ferne konnte man einen Damm erkennen.]

Hampi.

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Kaum angekommen traf ich auf Jakob und Elise, die sich als Deutsche herausstellten. Zusammen handelten wir den Rikshafahrer auf 150Rs herunter, der uns natürlich abzocken wollte. Er bedrängte uns in ein bestimmtes Hotel zu gehen, was „einem Freund“ gehörte. Wir sagtem ihm, wohin wir wollten (Bazar), wurden aber doch zu dem Hotel des „Freundes“ gebracht, wo wir von mindestens 5-7 Indern und Inderinnen belagert wurden! Es war unglaublich. Ein Wortbombardement. „Buy this, buy that, very cheap“, „Come with me, very cheap hotel“ … Der Rikshafahrer hatte uns schon während der fahrt erzählt, dass aus irgendwelchen Gründen große Teile des Dorfes zerstört worden wären [Tatsächlich, weil viele Häuser illegal auf das Tempelgrundstück gebaut wurden. Nun möchte die Regierung das Tempelumfeld wieder originalgetreu herstellen.], um dies zu unterstreichen, fuhr er uns auf dem Weg zu unserem ungewollten Ziel durch eine Ruinenstraße. Es gäbe nur 5 Hotels, und alle waren natürlich ausgebucht, bis auf das Eine.

Nach einer energischen Diskussion mit dem Fahrer und einem Hindernis auf der Straße (ein großer Wassertransporter hatte uns einen riesigen Schlauch in den Weg gelegt, irgendwie haben wirs dann doch noch geschafft) wurden wir dann doch noch 20m weiter (Hampi ist winzig!) zum „Chill Out“, einem gemütlichen Café-Dingens kutschiert, was Jakob und Elise von anderen Backpackern empfohlen wurde. Es hatte geöffnet, obwohl es laut dem dreisten Rikshafahrer „auch geschlossen“ war. Soso.

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Das Chill Out ist auf einem Flachdach eines Hauses. Es ist Bambus/Strohdach, Sitzkissen und niedrigen Steintischen ausgestattet und macht dabei seinem Namen alle Ehre. Auch hier wurden wir beim Aussteigen aus der Riksha von einer Menschentraube umzingelt, die sich aber nach dem köstlichen Mahl (Käse-Knoblauch-Naan(-Brot) mit einer Art Ei-Curry sehr lecker!) im Chill Out verzogen hatte. Unsere Hotelsuche bestaltete sich als unerwartet kurz: Gegenüber ist nämlich das „Gouri Guest House“, welches uns von den schon genannten Backpackern empfohlen wurde.

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250 Rupien die Nacht für ein sehr helles und supersauberes Zimmer mit Wahnsinnsaussicht auf die Felsen… Wir wollten uns ein Anderes ansehen, bekamen es aber daraufhin doch für 200 Rs die Nacht und blieben.
(Im Chill Out trafen wir noch einen anderen Deutschen, der uns von den anderen Hotels erzählte, wir konnten sehr zufrieden mit dem Unsrigen sein.)
Jakob studiert Grafikdesign, Elise richtung Biomedizin, beide in Utrecht. Sie kamen aus dem Norden (Delhi, Kashmir, …) und hatten so manches frauenfeindliche Höllenszenario und andere spannende Abenteuer durchstanden.
Nachdem ich geduscht hatte, ging ich rüber ins Nachbarzimmer zu den Zwei. Auf einmal raschelte es furchtbar laut aus meinem Zimmer: Einer der zahlreichen Affen lugte mit einer meiner Oreo- und Bananenchipspackungen aus der Tür, hüpfte zu einer der am Galender befestigten Holzstangen, sah mich mit leerem Blick an („Und jetzt? Was willst du tun, Mensch?“) und verschwand übers Dach. Ich sah das Ganze eigentlich sehr locker, war aber in dem Moment doch etwas entsetzt (Ich wusste ja nicht, was der Gute noch so alles mitgehen ließ.), lachte aber anschließend über die Aktion. Wer kann schon von sich behaupten schon einmal von einem Affen beklaut worden zu sein? [Ich habe in Indien keinen einzigen Bananenchip gegessen, scheinbar hat mich der Affe wohl doch irgendwie geschädigt…]
Nach dem teuren Geldwechseln gingen wir in ein sehr cooles Restaurant am Dorfrand. Von hier aus hatte man einen prächtigen Ausblick auf den Fluss und die unwirkliche Felslandschaft, die von der untergehenden Sonne angestrahlt wurde.
Die Zirpen grillen übrigens wunderschön hier…
[Hier eine wunderbare Dokumentation über das Dorf, Flora, Fauna und das Reservart]
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Über Niko

For Saurabh: "Once you asked me how my journey to India would affect my life in my western home country...I can tell you now: It changed my thinking subconsciously, my behaviour, my outlook on life and the world as a whole. It changed my personality and strengthened my character. But still I am the same person. But I know: If I lose everything - there is a place in the world that will calm me down and cushion me. It's like having a second home..."

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