Fr, 27.7. Hampi

Standard

Nach einer furchtbaren Nacht mit Magen-Darm-Problemen und noch mehr, was ich an dieser Stelle nicht erwähnen möchte, frühstücken Elise, Jakob und ich. Ich beschränke mich heute auf meinen Artemisia-Tee. Den Zwei geht es auch nicht so gut, haben aber andere Beschwerden. Ich habe MEGA-Kopfschmerzen, was wohl das Schlimmste ist.

Später am Tag. Irgendwo in einer Siedlung.

Wir fuhren über den „Bananen-Pfad“, den ich gestern entdeckt hatte. Er führte noch weiter, als ich ihn am Vortag gefahren bin. Später kamen wir auf eine asphaltierte Straße, die durch mehrere kleine Ortscafteen führte und uns richtung Nordosten brachte, bevor wir umkehrten. Indien ist wirklich sehr groß. 🙂

Kurz bevor wir wieder an der Abzweigung zum Bananenpfad waren, bemerkte ich, dass ich einen Platten hatte! Wir waren in dem Dorf, in dem wir zuvor einen halben Liter Sprit gekauft hatten. Abgefüllt in einer Nestea-Plastikflasche. Besser nicht mit dem Originalinhalt verwechseln!). Jakob und Elise fuhren zurück nach Hampi, um den blöden Motorradvermieter zu holen, der uns diese dauerhaften zweirädrigen Sorgenkinder angedreht hatte. Ich blieb zurück. Eine Traube von Männern scharte sich um mich, die zuvor ein Spiel mit kugelrunden Steinen gespielt hatte und sich nach Steinwürfen aufs übelste beschimpften, zumindest klang es so für mich. Vermutlich fachsimpelten sie ganz friedlich, ob der Wurf nun drei oder vier Punkten zu werten sei. Zurück zur Männertraube: Mir wurden sämtliche Preise von 30 bis 300 Rupien für die Reparatur des Reifens genannt. Es dauerte eine Weile, bis ich allen vermittelt hatte, dass ich nicht für die Reparatur aufkommen würde und sich alle verzogen hatten, weil es bei mir nichts zu holen gab.

Später, ich hatte mich auf eine Art großen Steintisch gesetzt, kamen zwei Dorfbewohner und zeigten sich sehr interessiert, was mein Schreiben anging. Einer der Beiden schien Analphabet zu sein; er länger blieb länger als der Andere und „laß“ eine Seite, indem er gegen die Leserichtung mit dem Finger über die Zeilen fuhr. Er sah mich freundlich und dankbar an und schüttelte mir herzlich die Hand.

[Über den Rest des Tages habe ich nichts mehr geschrieben. Der Motorradvermieter kam, reparierte den Schlauch und stellte uns leider alles in Rechnung. Der Schlauch musste ausgetauscht werden, weil er schon ca. 1000 mal geflickt wurde und wir ihm nun den Rest gegeben hatten. Jakob, der den Kerl mit dem Motorrad zu mir in das Dörfchen gebracht hatte, fand das auch. Kaum waren wir auf dem Rückweg, hatte der Schlauch an Jakobs Motorrad ein Loch! Nicht zu fassen… blöderweise bekam Jakob nun die Schuld in die Schuhe geschoben, da ärgerlicherweise er am Steuer der Maschine saß. Wir saßen am kürzeren Hebel: Man muss sich in Hampi als Tourist bei der Polizei anmelden, wenn man im Dorf ankommt. Hatten wir natürlich nicht getan. Wir handelten die Reparatur- und Materialkosten auf ca. 10€ herunter und bissen in den sauren Apfel, um weiteren Problemen zu entgehen…]

Advertisements

Über Niko

For Saurabh: "Once you asked me how my journey to India would affect my life in my western home country...I can tell you now: It changed my thinking subconsciously, my behaviour, my outlook on life and the world as a whole. It changed my personality and strengthened my character. But still I am the same person. But I know: If I lose everything - there is a place in the world that will calm me down and cushion me. It's like having a second home..."

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s