Archiv für den Monat Februar 2013

1.8. Endlich in Manali

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Mittwoch, 1.8.12

Ich wachte diese Nacht mehrmals auf. Die Sikh-Reisegruppe, die einzigen Mitreisenden (neben dem alten Mann), die mit mir reisten stiegen in Kullu aus, so war ich der einzige Fahrgast im Bus. Es dauerte noch erstaunlich lange, bis wir Manali erreichten. Der Formel-1-Fahrstil des Fahrers hatte in der späten Nacht im Himalaya seinen Höhepunkt erreicht. Wegen der schlechter werdenden Straße konnte der „Horn-Abuser“, wie ich den Busfahrer liebevoll nannte, auf den letzten 100km nicht mehr ganz so schlimm fahren.

Als ich ankam bot mir ein Hotelbesitzer („Gudu“) den gleichen Preis, wie das günstigste Hotel, was ich im Lonely-Planet-Reiseführer finden konnte. Nachdem er mich mit dem Auto nach Old-Manali (liegt oberhalb von New-Manali) gefahren hatte zeigte er mir drei Zimmer in verschiedenen Preisklassen, wovon ich das große, noch nicht fertiggestellte für 300Rs nahm. Es hatte ein eigenes Bad, zwei riesige Fenster, ein offenes Gaubenfenster und scheinbar kein Warmwasser [was aber später angeschaltet wurde].

Mal sehen, ob ich die Nacht mit offenem Fenster überstehe…

Ich wusch meine Wäsche im Hof, in dem viele Apfelbäume wuchsen und eine kleine verspielte Katze ihr Unwesen trieb. Das „Orchards House“ ist am höchsten Punkt von Old-Manali und man schnauft ganz gut, bis man das  Hotel auf 2035m über NN erreicht.

Später suchte ich mir ein Internet-Cafe und ging ein wenig shoppen. Später traf ich Ron, einen Israeli, der zum zweiten Mal in Indien war. Nach einigen Erledigungen, wie Traveller-Checks einlösen, etc., traf ich Ron ein weiteres Mal und unterhielten uns diesmal länger, während wir einer Aufführung eines Kinderzirkus zusahen.

Er suchte etwas zu Essen und ging, während ich mich auf den Weg zum Hotel machte, da mir meine Verdauung immer noch zu schaffen machte.

Im Zug nach Delhi hatte ich mir im Schlaf einen Stich am linken „Ring-Zeh“ so aufgekratzt, das sich die Stelle entzündet hatte und nässte. Endlich angekommen konnte ich die Stelle besser versorgen.

Di, 31.7.: Ein Tag in Delhi voller Durcheinander

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Di, 31.7.12

Der Tag begann mit Regen und einer Mischung aus Anspannung und Vorfreude. Nach einer zwar durch viele Unterbrechungen geprägten, aber erholsamen Nacht im „dritten Stock“ putzte ich mir die Zähne und setzte mich zu meinen muslimischen Freunden, die ich sehr zu schätzen und mögen gelernt hatte. Einer der Lieben schenkte mir zum Abschied ein sehr gutes und bestimmt wertvolles orientalisches Parfüm, wodurch ich mich sehr geehrt fühlte. Das Geschenk verstärkte aber auch mein Reuegefühl, weil ich behauptet hatte verheiratet zu sein und dass meine Gemahlin zuhause mit Nachwuchs im Bauch auf mich wartete. Am Vortag wurde ich von einem der Älteren und Suleyman geweckt, weil die Beiden den Kontakt per Mail mit mir halten wollten. Was haben wir gelernt? Befolge nicht jeden Rat eines „Experten“, der schlaue Bücher über fremde Kulturen schreibt und Lügen haben äußerst kurze Beine. [Bisher habe ich keine Mail von ihnen bekommen.]

Als wir am Bahnhof von Nizzamuddin (Delhi) ankamen war es feuchtwarm und es regnete. Meine muslimischen Freunde und ich verabschiedeten uns von dem Mathematikprofessor, der noch 200km weiter in den Norden musste, nach Uttarakhand, wo er „sehnsüchtig erwartet“ wurde, wobei ich mir nicht sicher war, ob seine stets verschmitzten grinsenden Freunde seine Frau oder seine Studenten meinten…

Der Kontakt zu Saurabh, meinem Freund aus Delhi, gestaltete äußerst schwierig, da der Akku meines Handys wiedereinmal leer war und zudem aus unerdenklichen Gründen das Handynetz (Vodaphone) IN DELHI nicht funktionierte. [Später sollte sich herausstellen, dass die Regierung spontan beschlossen hatte, dass jedes Handy nur noch 5 Sms pro Tag versenden darf.]

Abdulhamed und seine Freunde halfen mir Saurabh zu kontaktieren und warteten sehr lange mit mir, weil er sich sehr verspätete (was, wie sich später herausstellte, nicht seine schuld war), verabschiedeten sich aber dann doch. Abdulhamed wartete am längsten mit mir im Regen. Nachdem ich mir weitere 20min in den Bauch gestanden hatte, es war nun 8 Uhr morgens, also wartete ich etwa eine Stunde, tauchte Saurabh dann endlich auf und entschuldigte sich. Wir verstanden uns „im echten Leben“ ebenfalls prächtig, zuvor hatten wir jede Menge Sms geschrieben. Wir nahmen uns eine Autoriksha und fuhren als erstes zum Connaught Place, wo wir uns ins Coffee Day (Café-Franchise, ähnlich wie Starbucks) setzten, um meine Bus Connection zu kontrollieren, zu frühstücken und erstmal zu chillen. Nach einigen Anrufen bei Saurabhs Freunden und ersteinmal zahlreichen erfolglosen Versuchen mit Saurabhs Netbook ins Internet zu kommen, war klar, dass der 9-Uhr-Bus, wie es im Lonely Planet-Touristenführer stand, nicht (mehr?) existierte. Daher buchten wir einen Anderen und machten uns auf den Weg zu Saurabhs Bude, weil er um 14:30 einen Zug gen Heimat erwischen musste. Kaum saßen wir in der Autoriksha und waren 3m gefahren fiel mir auf, dass ich mein Handy im Coffee Day vergessen hatte: Es hing noch an der Steckdose zum Aufladen des Akkus! Saurabh hielt die Autoriksha an und kam 10min später mit dem Handy, samt Ladekabel zurück.

Saurabh teilt sich die Bude mit drei Freunden (Parul, Shashi und Mohit). Die Wohnung ist von innen ähnlich wie indische Häuser von außen: Etwas baufällig, staubig, unaufgeräumt und äußerst minimalistisch eingerichtet, aber es könnte wesentlich schlimmer sein. Saurabh packte schnell seine sieben Sachen, verschwändete noch ein wenig Zeit mit Telefonieren, dessen Sinn ich nicht ganz verstand. Zuvor weckte er einen seiner fest auf einer Matratze schlafenden Mitbewohner (Parul). Ich gönnte mir erstmal eine erfrischende, kalte Dusche, nachdem Saurabh verschwunden war, er schaffte es scheinbar doch noch zum Zug, trotz seiner wirklich massiven Verspätung. Nachdem ich mich nicht mehr wie ein Straßenköter fühlte und frische Kleidung angezogen hatte, unterhielt ich mich mit Saurabhs Mitbewohnern (Europa, Sport, Musik).

Wichtiger Einschub: Saurabh erleichterte übrigens mein Gewissen, indem er mir sagte, dass die muslimische Gruppe genau das hören wollte, was ich ihnen erzählt hatte.

Danach zeigten mir die Drei den Ausblick von der Dachterrasse und dem Balkon.

Im Anschluss machten sich zwei der drei und ich mich abreisefertig, weil wir nach einer Jacke für mich sehen wollten. [Ich hatte wirklich keinen blassen Schimmer, welches Wetter und welches Klima mich im Himalaya erwarten würde. Ich kann euch versichern: Im Juli/August würde ein Pulli reichen. Extraklamotten muss man sich nicht vorher kaufen, im Himalaya findet man zudem alles was man braucht.] Wir waren etwas spät dran, vor allem weil ich später bemerkte, dass mir per Sms mitgeteil wurde, dass der Abfahrtsort geändert wurde und sich die Abfahrtszeit um 15min vorverlegt wurde!

Wir fuhren mit der Metro zu einem Markt am Connaught Place, wo einer der Beiden mir eine Jacke auf 1600 Rs herunterhandelte. [Abgezockt! Im Nachhinein hab ich mich SO geärgert für das Geld eine solche Jacke gekauft zu haben… eieiei. Aber aus solchen Fehlern lernt man.] Wir hatten noch eine halbe Stunde und machten uns auf die Suche nach einem CD-Laden, fanden aber nur eine Art Straßenstand, der für seine Milchshakes bekannt war (leckerleckerlecker…). Ich gönnte mir einen Butterscotch –Shake und nahm einige Sandwiches für die Fahrt mit.

Und nun begann das Drama: Keine der Autorikshas wollte uns zum abfahrtsort der Busse fahren! Nach ca. vergeblichen 7 Versuchen eine Autoriksha zu bekommen, entschieden wir uns mit der Metro zu fahren. Wir hatten keine 15 Minuten mehr! Mir blieb fast das Herz stehen, als ich die Schlangen am Bahnsteig sah.  [Schlangen am Bahnsteig – ein Anblick zum Grinsen, wenn man nicht gerade Angst hat, in einer unbekannten, total verwirrenden Stadt zu versacken.] Meinen Rest Zuversicht verlor ich, als ich die komplett vollgestopfte Bahn sah. [Lieber Leser, so was hast du noch nicht erlebt, wenn du noch nicht in Delhi warst!] Wir quetschten uns irgendwie in den Waggon und fuhren 6 ewig lange Stationen. Dort angekommen riefen wir die Bus-Hotline an, erfragten die Adresse und bestiegen zu dritt, nein, zu viert plus Gepäck, eine Fahrrad-Riksha, mit der wir im Schneckentempo Richung Bus rollten. [Dieses Bild wäre das Sahnehäubchen für die filmreife Hetzjagt nach dem Bus. Der Rikshafahrer stand auf den Pedalen, Parul saß rückwärts(!) auf dem Fahrradsattel, Shashi und ich quetschten uns mit meinen zwei Rucksäcken auf die eigentliche Fahrgastbank.]

Nach einer ewiglangen Fahrt kamen wir endlich an. Zwischendurch ging es ein ganzes Stück bergauf und wir überlegten, ob wir vielleicht absteigen und anschieben sollten. Das letzte Problem, was es zu lösen gab, war es, den richtigen der 15 Busse (mit Hilfe eines weiteren Anrufs bei der Hotline) ausfindig zu machen. Am Ende schaffte ich es doch noch und trrat meine Reise an. Ein wahres Wunder.

Der Busfahrer hupte dermaßen und äußerst unnötig oft, dass ich Kopfschmerzen davon bekam. Der viel zu laute Fernseher, auf dem ein Bollywood-Film lief, den ich leider teilweise schon kannte, weil ich ihn auf der Fahrt von Mumbai nach Goa schon einmal sehen musste, verbesserte mein Befinden auch nicht wirklich. Spontan wurde mir gesagt, dass wir demnächst anhalten müssten, um den Bus zu wechseln, allerdings überlegte es sich der Koordinator scheinbar doch anders.

Brief 5

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Meine Liebe Nina!

Bald bin ich endlich in Delhi und ich freue mich wie ein Kind auf den Himalaya. Der Zug wackelt ziemlich und ich liege im „dritten Stock“ auf meinem Bett. Eine halbe Stunde zuvor habe ich mit meinem wirklich äußerst netten Abteilnachbarn zu Abend gegessen. Es ist eine sehr große muslimische Reisegruppe, die (fast?) nur aus Männern besteht. Sie sind sehr gläubige (und noch freundlichere) Moslems, die mit wenigen Ausnahmen traditionelle weiße Gewänder, weiße Käppchen und lange Vollbärte tragen. Gerne würde ich ein Foto machen, aber ihre Religion verbietet es. Unter ihnen sind zwei Professoren (Mathematik und IT-Wissenschaften) und der nette Abdulhamed, der für die Reise übrigens blau trägt. Er lebt seit fast 10 Jahren in Australien. Der Zug fängt jetzt ziemlich an zu wackeln und ich werde mich jetzt mal hinlegen… […]

Mo, 29. – 31.7.12, Abdulhamed der Blaue

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DCIM100GOPRO

Nach einer sehr netten Unterhaltung mit einer Großfamilie aus Maharashtra fühlte ich mich sehr unwohl, so hatte ich meine erste Erfahrung mit Semi- und echten Stehklos… [wie im Vorletzten Artikel schon erwähnt: Die Süßigkeiten rächten sich.] Zur selben Zeit verließ mich die Familie und ein sehr netter Moslem mit seinen männlichen Gefährten setzte sich zu mir. Erst war ich etwas enttäuscht, weil ich gefragt wurde, ob es möglich sei mit einem ihrer Freunde den Platz zu tauschen, da dieser ein Bett im Waggon dahinter reservieren musste – Indiens Züge sind wirklich schnell ausgebucht. Ich willigte selbstverständlich ein, meine Magenkrämpfe hatten auch etwas nachgelassen. Schnell stellte ich fest, dass die Freundlichkeit der muslimischen Reisegruppe wirklich von Herzen kam; der jüngere in blau gekleidete Moslem half mir beim Tragen meines sehr schweren Trekkingrucksacks und versprach am nächsten Morgen auf ein Schwätzchen vorbeizukommen.

Alle trugen Traditionelle Gewänder in Weiß, denn es war Ramadan. Bis auf den Jüngeren und meinen Tauschpartner, der in grau-braun gekleidet war. Später ließ ich mir erklären, dass alle Propheten weiß trugen, doch mit grauen, blauen oder braunen Gewändern lässt es sich einfach besser reisen. Der Jüngste, wahrscheinlich um die 16 Jahre, trug schwarz mit weißen Punkten. Ausnahmslos trugen sie kleine weiße gehäkelte Käppchen und, bis auf den Jüngsten, lange Bärte.

Ich schlief erstaunlich gut und gegen 9 kam „der Blaue“ tatsächlich und fragte, ob ich meinen alten Platz wieder wollte, da „der Braune“ in einigen Stationen den Zug verlassen würde. Ich folgte ihm zu meinem alten Abteil und hatte eine tolle Unterhaltung mit dem netten Haufen. „Der Blaue“, dessen Name eigentlich Abdulhamed ist, erzählte mir, dass er zum Studieren nach Australien gegangen war und nun dort seit fast 10 Jahren lebte. Wir sprachen über die Unterschiede von indischer und westlicher Kultur, bis „der Braune“ aussteigen musste. Ich erfuhr, dass der Älteste (der dadurch auch besonders respektvoll behandelt wurde) den Namen des Architekten des Taj Mahal trug und der Hagere mit der Brille als Professor der Mathematik arbeitete. Ein Anderer arbeitete als IT-Professor.

Die Gruppe war wirklich unglaublich nett und freundlich und erzählte mir viel über den Islam, dessen Lebensphilosophie und deren Unterschiede zum Christentum. Sie gaben mir ein Buch zum Lesen, in dem ich teils aus Höflichkeit, teils aus Interesse ein wenig las. Es handelte sich um wichtige Auszüge aus dem Koran.

Süleyman war es, der mich fragte, ob ich denn Verheiratet sei. Wie den meisten anderen Reisenden erzählte ich, dass ich verheiratet sei, meine Frau wäre daheimgeblieben, weil die Reise mit zu großen Strapazen verbunden sei. Warum ich vielen diese Lüge auftischte hatte einen einfachen Hintergrund: Viele Inder verstanden es einfach nicht, warum Europäer in meinem Alter noch nicht verheiratet seien oder gar eine Freundin hatten und nicht den Bund der Ehe [……wort???…….]  Um umständlichen Erklärungen, die zu 99% sowieso nicht verstanden wurden, machte ich es mir eben etwas einfacher… Bei meinen muslimischen Freunden, die sich erst im Nachhinein als äußerst Modern herausstellten hatte ich jedoch ein sehr schlechtes Gewissen, denn ich bekam Segenswünsche und wurde aufgeklärt, dass ich im Verhältnis zu indischen Moslems doch sehr früh verheiratet wäre. Am Ende der Zugfahrt wurde mein schlechtes Gewissen noch weiter verstärkt – aber das werde ich später ausführen.

Die Reisegruppe lud mich zu ihrem Ramadan-Festmahl nach Sonnenuntergang ein, welches hauptsächlich aus Obst bestand: Bananen, Wassermelone, Granatäpfel und frische Datteln!

Frische Datteln habe ich noch nie nie nie gegessen. Sie sind äußerst saftig und süß, das Beißgefühl ist dem von sehr kleinen knackigen Äpfeln ähnlich, aber irgendwie zarter und sie hinterlassen ein äußerst pelziges Gefühl auf der Zunge. Man kennt dieses Gefühl von nicht reifen Früchten…

…Später stellte sich heraus, dass die Früchte nur die Vorspeise gewesen war. Es folgte ein Kartoffel-Curry mit Dhussera. (?)

Die Gruppe ist sehr fromm und betet vier Mal täglich. Die Landschaft hatte sich über den Tag von graubraun und trocken zu feucht und grün verändert, es regnete ab dem Mittag durchgängig. Nach Bananenfeldern und Djungel folgte eine Landschaft, die an deutsche Wiesen mit großen Bäumen erinnerte, die mit Flüssen durchzogen war. Am frühen Morgen mussten wir bei Pune gewesen sein, abends etwa bei Bhopal.

 

Der „Thumbs-Up-Berg“ 😉

 

29.7., ca. 17:00, wieder im Zug

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Vor ca. einer Stunde habe ich mich wieder in den Zug gesetzt, in dem es zuerst gähnend leer war, zumindest für indische Verhältnisse. Wir sind zum zeriten mal an Indiens zweitgrößten Wasserfällen vorbeigefahren; diesmal konnte ich wirklich tolle Aufnahmen machen.

Kurz danach wurde der Waggon von einer riesigen Horde gröhlender junger Inder gestürmt (es waren mindestens 1000, wenn nicht gar mehr!), ich konnte mich gerade noch auf mein Bett in der dritten Etage retten, ca. 3-4m über dem Boden.

Leider wird es immer wieder dunkel, weil es hier von Tunneln nur so wimmelt! Den Schienenbauern war wohl langweilig… Jedes mal wenn es dunkel wird, fangen alle jungen Inder an zu heulen und zu jauchzen (weil es im Tunnel so schön hallt), man könnte meinen, ich würde mitten in einem Rudel mondsüchtiger Wölfe sitzen 😀

Leider sehe ich kaum etwas; nicht, weil wir wieder im Tunnel sind, sondern weil sich die Fahrgäste mittleriweile Stapeln und alle Fenster verdecken! 🙂

… Ich habe nocheinmal nachgerechnet, bis Delhi sind es doch 38 Stunden Zugfahrt, also noch mehr als anderthalb Tage… Dann in Delhi 3 Stunden Pause [was sich verzögern wird] und dann gehts nochmal für ca. 10-15 Stunden in den Bus!

Himalaya, ich komme.

 

DCIM101GOPRO

So, 29.7., Zwischenstop in Margao, Goa

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Als ich heute morgen in Margao ankam, putzte ich mir, wie alle Inder, im Bahnhof am waschbecken die Zähne und lief ein wenig herum, um ein Internetcafe, o.ä. zu finden. Nach kürzester Zeit tat mir mein Rücken aber so weh (mein Rucksack ist wirklich entsetzlich schwer!), dass ich mich in den Park von Magao setzte und ein wenig die Augen schloss. Die Zugfahrt war wirklich sehr anstrengend gewesen.

DCIM100GOPRO

[…]

Nach eineer langen Suche, die mit höllischen Rückenschmerzen verbunden war, fand ich endlich ein Internetcafe, wo ich mein Handy laden konnte (dabei geschah mir ein sehr peinliches Missgeschick: Ich schaltete ausversehen eine Steckerleiste aus und damit den PC meines Sitznachbarn…) und ich mich bei meinen Lieben melden konnte.

Auf dem Weg zum Bahnhof kaufte ich mir ein paar vermutlich stark überteuerte Süßigkeiten (5Rs pro Stück, also 50Rs), die hauptsächlich aus Zucker und Milch bestanden und nicht wirklich gut schmeckten.  Ich hoffe sie waren okay und ich bekomme keine Magen-Darm-Beschwerden.

[Später soll sich herausstellen, dass sie nicht „okay“ waren.]

Brief 4

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Sa, 28.7., 21.30

Hey meine liebste Nina,

es ist dunkel und ich sitze auf einer Bank (zusamen mit zwei zwilichtigen Gestalten) im Bahnhof von Hubli. Es ist nicht wirklich warm und ich sehne mich danach mit dir unter einer Bettdecke zu kuscheln…

Heute habe ich tatsächlich ein kleines Geschenk für dich gefunden, aber wahrscheinlich muss ich es nocheinmal umnähen, weil es zu groß für dich ist.

Es sind um diese Uhrzeit noch unglaublich viele Leute unterwegs und es stinkt fürchterlich nach Exkrementen.

Jetzt haben wir uns seit 12 Tagen nicht mehr gesehen und ich vermisse dich wirklich ganz entsetzlich… Wie soll das bloß in zwei Wochen werden?

[…]