Archiv für den Monat April 2013

22.8.12

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Nach dem Auschecken aus der Hare-Rama-Guest-„House“ erkundete ich den Main Bazar, trank Chai und kaufte ein paar Geschenke, wie z.B. verformbare Räucherknete, Töpferwaren, usw. Meine Bronchitis, die sich in den letzten Tagen prächtig entwickelt hatte, wurde alles andere als besser, weshalb ich mir ekelhaften ayurvedischen Hustensaft kaufte.

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Sehr günstige Töpferwaren:

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Die meisten Handwerker arbeiten auf der Straße und haben setzen bei der Arbeit ihre Füße bemerkenswert ein:

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Ein Baba, leider wahrscheinlich kein wirklich „echter“…

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Ich entspannte wieder bei Wassem und Quayoom und lernte deren Chef, Ali, kennen. Ich verbrachte dort einige Stunden und aß mit ihnen zu Mittag, was eine besondere Erfahrung war, da ich zum ersten mal wirklich „richtig“ mit der Hand aß.

 

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Später kaufte ich noch einen weiteren Schal bei Ali, eine Hose und T-shirts bei einem anderen Laden. Waseem nannte mir dazu die gängigen Preise. Gegen 18 Uhr verabschiedete ich mich von meinen liebgewonnenen Kashmiris und nahm eine Autoriksha zu Saurabh, dessen Wohnung ich erstaunlicherweise auf Anhieb fand.

Ich freute mich Parul, Mohit und Shashi wiederzusehen. Ich lernte Ayush, den letzten von Saurabhs Roommates kennen. Mohit schenkte mir sogar ein Freundschafts-Armband, wodurch ich mich sehr geehrt fühlte 🙂

Nach dem Auschecken aus der Hare-Rama-Guest-Baracke erkundete ich den Main Bazar, trank Chai und kaufte ein paar Geschenke, wie z.B. verformbare Räucherknete, Töpferwaren, usw. Meine Bronchitis, die sich in den letzten Tagen prächtig entwickelt hatte, wurde alles andere als besser, weshalb ich mir ekelhaften ayurvedischen Hustensaft kaufte.

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21.8.12 In Delhi

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Leider habe ich seit einigen Tagen das Schreiben etwas vernachlässigt, weil mein erstes Reisetagebuch voll ist.

Ich sitze gerade in Abdul Quayoom Khans Schal- und Kunsthandwerksladen in Delhi. Abdul kommt aus Kashmir und verkauft bemalte Holzschatullen, Holzelefanten, Armreifen, Sterne, usw. – alles aus Holz, mit Pappmaschee beklebt, lackiert und mehrfach bemalt mit verschiedenen Farben.

De Schals gibt es in verschiedenen Materialien, Qualitäten, Farben, Mustern usw., sehr beeindruckend.

Ich bin heute morgen um 8 Uhr in Delhi angekommen, habe mir widerwillig eine viel zu teure Autoriksha mit zwei naiven israelischen Mädels geteilt und bin in das bisher dreckigste, stickigste Hotelzimmer meiner bisherigen Reise eingecheckt.  Nachdem ich mich in meinem „Zimmer“ ausgebreitet hatte, ging ich auf die Straße und musste sehr schnell feststellen, dass diese knietief überschwemmt war. Ich begab mich wieder in mein Zimmer und schlief bis 14 Uhr, da ich eine 14stündige fast schlaflose Busfahrt hinter mir hatte.

Nach meinem Morgenmittagsschläfchen begab ich mich nochmals auf die Straße, wo ich mir einen besonders hartnäckigen Schlepper einfing, den ich erst in Quayooms Laden abschütteln konnte, weil ich dort einige Stunden verbrachte. Dort schwätzte ich mit Waseem („Raja“) und Quayoom und trank Chai bis zum Abend. Die zwei kommen ursprünglich aus Kashmir.

Den restlichen Abend verbrachte ich im Hotel vorm Rechner, da mir eine sich anbahnende Bronchitis zu schaffen machte….

20.8.12, Kasol

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Heute begann mein letzter Tag in Himachal Pradesh. Zu diesem Anlass genoss ich ein heißes (ja, wirklich garam!!!) Bad in einer heißen Quelle des Taji Places am Ende von New-Kasol.

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Nachdem ich mich von Droor verabschiedet hatte ging ich nach Old-Kasol zu dem nepalesischen Klamottenverkäufer, den ich am Vortag kennengelernt hatte, unterhielt mich mit ihm eine Weile, kaufte eine sehr robuste Leinenhose (handgewebt, 500 Rupien Freundschaftspreis) und fuhr einige Busse verspätet nach Chowkil wo ich mich mit Chappu traf. Er erzähltem ir dies und jenes, zeigte mir ein Foto von dem verschwundenen Mädchen, dass sich immernoch versteckte, da es bei ihrem bereits verheirateten Liebhaber bleiben wollte, was ihre Familie allerdings nicht billigte.

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Später gingen wir zum Office-Gebäude, wo ich mein eigenes „Negi’s Himalayan Adventure – Parvati Valley Rescue Team“-Shirt geschenkt bekam, das letzte kaufbare Exemplar von Galenos Büchern erstand und meine Rechnung bezahlte. Ich verabschiedete mich von Chappu und wurde von seinem Bruder nach Jari gefahren. Von dort aus ging es nach Bunthar, wo ich ein paar Kullu Caps kaufte und meinen äußerst unbequemen Bus nach Delhi nahm…

19.8.12

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Am Morgen wachte ich als erster von uns Vieren im Dragon Guesthouse auf. Ich wurde von einem von Chappus Freunden benachrichtigt, dass dieser auf der Suche nach einer Touristin war, die sich im Dorf versteckt hielt. Von besagtem Freund bekam ich auch eine Einladung ihn bei meiner nächsten Reise zu besuchen und sein Gast in Jari zu sein.

Nachdem Baba-ji und ich im Dorf gelbe Kugeln und Chai gefrühstückt hatten, begaben wir uns zu Sahil und Droor, die im Guesthouse auf uns warteten. Nachdem wir eine weile dem Treiben des Festes zugesehen hatten beschlossen Droor un ich nach Kasol aufzubrechen. Dort angekommen wollte Droor noch ein Dorf weiter, während ich mich mit einem nepalesischen Klamottenhändler anfreundete, der in seiner Heimat eine 30-Köpfige Klamottenmanufaktur leitete, seine Produkte von dort aus in Kasol und nach Europa verkaufte. Den Abend verbrachte ich im Rainbow-Café.

Die kommenden Tage…

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Nachdem Saurabh am Dienstag abgereist war, blieb ich (wie ich schon geschrieben habe) eine weitere Nacht in Tosh. Am fogenden Tag (Mittwoch) erwachte ich sehr spät (15 Uhr!) und wanderte in das nächste Dorf, wo ich um 17 Uhr ankam. Es fuhren keine Busse mehr, also nahm ich mir ein Taxi nach Kasol, stieg aber schon in Manikaran aus. Dort nahm ich mir ein Zimmer für 200Rs: Kein Strom, sehr ärgerlich. Es war sehr dunkel, als ich ankam und ich schlenderte ein wenig durch das verregnete Städtchen mit heißen Quellen und dem großen Sikh-Tempel.

Manikaran gleicht mit seinen Ständen und kleinen Läden eher einem Bazar mit viel Kitzsch, Holzhandwerk, Klamottn und Guru-Bilderchen. In Manikaran fühlte ich mich sehr alleine und reiste am Donnerstag Vormittag nach Jari und von dort aus nach Chowki, wo ich in Chappu Negis Guesthouse unterkam. Als ich eintraf, war nur sein (sehr netter) Bruder zugegen, weil Chappu mit einer Touristengruppe in Malana war.

Chappu ist der Führer der Bergrettung, besitzt ein Guesthouse, ein Museum mit Malana-Artefakten und bietet Führungen durch das Parvati-Tal an. Als Führer der Bergrettung hat er mehr als 100 Rettungseinsätze hinter sich, bei denen er hauptsächlich in den Bergen verlorene Israelis rettet (darunter auch israelische Prominenz!) und bekam dafür den Ben-Gourion-Award.

CHappu freute sich sehr, als ich ihm erzählte, dass ich einen seiner europäischen Freunde kannte, der auch ein entfernter Bekannter von mir war. Er bot mir daraufhin an, mich am nächsten Tag stark vergünstigt nach Malana zu führen und bezog eines der Zimmer auf seinem Familienanwesen. Hier lernte ich Chappus freundlichen Vater kennen, einen sehr sympatischen, hageren, alten Herren mit Hasenzähnen und krummer Nase und weißem Schnurrbart.

Chappu führte mich am Abend, wie am nächsten Tag, in das Alltagsleben der indischen Männerwelt ein, welches hauptsächlich aus Whiskytrinken und geselligem Schwätzen besteht, während die Hausfrau ab und zu in den Raum huscht, um Thali, Knabbereien, Chai oder Bier aufzutischen. Am Donnerstagabend saßen Chappu, einer seiner Freunde und ich im Tempelhaus. Die Zwei tranken Whiskey und erzählten mir vom Leben im Himalaya.

Am Folgetag wollten wir um 9 Uhr aufbrechen, was aber eher 16 Uhr wurde, da Chappu noch  „eine Stunde Büroarbeit“ abzuleisten hatte, bevor wir gehen wollten. Im Büro, welches sich in 10 Minuten fußmarsch von Chappus Haus befand, fanden sich schnell 10 Freunde ein, es wurde geschwätzt, getrunken und geraucht, nebenbei der neue Anbau des Bürogebäudes diskutiert und geplant, welches bald auch als Hotel dienen sollte (einige teure Räume waren bereits vorhanden); Das asymmetrische Fundament stand schon. Zum Essen ging es dann in den Gemeinschaftsraum des Guesthouses auf Chappus Anwesen unter dem Tempel-Museum-Wohnhaus-Gebäude [Der Tempel mit Wohnanbau erfüllt mehrere Funktionen in einem], wo uns Chappus Frau Moutton-Thali servierte.

Am späten Nachmittag ging es dann endlich nach Malana, Chappu nahm zwei seiner (sehr netten) Freunde und einen Fahrer mit, der den Kleinwagen mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit über die steinige Piste prügelte.

Am Samstag war eine Wanderung zu Franco Casalones Hohle und Galenos Haus geplant. Die beiden italienischen Hippies lebten für jahrzehnte im Malana-Tal und wurden von den Malanern akzeptiert. Einer der Beiden lebte dort für mehr als 25 Jahre, wurde nun aber von der Polizei des Landes verwiesen, da er kein gültiges Visum besaß, der andere lebt seit einiger Zeit wieder in Italien.

In Malana fand ein traditionelles Fest statt; mit Tanz, Musik und indischen Süßigkeiten. DIe Malaner tanzten einen gemütlichen Tanz, bei dem sie einen Kreis (oder Reigen) um die Musiker (Trötenflöte, mehrere Trommeln und zwei monströse Trompeten) bildeten und sich in einer bestimmten Art und Weise an den Händen fassten. Sehr beeindruckend! (In Chowki sah ich am Vortag eine Prozession mit einer Sänfte, in der Artefakte getragen wurden, die Shiva repräsentierten. Jedes Haus des Dorfes wurde einmal im Monat mit der Sänfte und den bereits erwähnten Musikinstrumenten gesegnet)

Nachdem es begonnen hatte zu nieseln, spazierte ich ein wenig durchs Dorf (später klärte sich der Himmel und bot einen unglaublichen Anblick) und gesellte mich im Dragon GUesthouse zu drei indischen Jungs zwischen 25 und 30, die aus Delhi angereist waren, um in Malana ein paar ruhige Tage zu verleben.

Samstag morgens um 9 traf ich Chappu und seine zwei Freunde auf der Terrasse des Guesthouses an. Chappu erzählte, dass er 18 Jahre in Malana gelebt hatte, sein eigenes Grundstück und Haus am Dorfrand besaß und wie ein echter Einheimischer behandelt wurde.

Er machte sich auf ins Dorf, um zu beten (die Dorfbewohner beten die Gottheit Jamlu an) und versprach mir, dass in einer Stunde ein Führer kommen würde, mit dem ich auf die andere Talseite wandern könnte, wo die Häuser der Hippies standen. […]

Wieder im Dorf angekommen traf ich Droor, einen der Israelis, die in Pushpas Guesthouse gewohnt hatten. Wir beschlossen uns ein Zimmer im Dragon Guesthouse zu teilen und freundeten uns mit Sahil und Baba-Ji (wie er sich nannte) an, die ein Umweltprojekt ins Leben gerufen hatten und in Malana den ganzen Plastikmüll von den Straßen sammeln wollten. Malana ist wirklich schön, aber die Straßen sind total vermatscht. Vor der „Westernisierung“ (Strom, Plastik) fraßen die Tiere des Dorfes den Müll – so blieben die Straßen sauber. Doch nun ist alles voll mit Plastikflaschen und -verpackungen…
Sahil und Baba-Ji gesellten sich am Abend zu uns ins Zimmer und übernachteten bei uns.

Di, 14.8.12

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Ich fühlte mich einsam, obwohl Saurabh noch da war. In den letzten Stunden vor Saurabhs Abreise redeten wir viel über kulturelle Unterschiede und philophische Themen. Der Abschied war sehr herzlich und zum Glück doch weniger Schlimm als erwartet, da ich mich mit einer sehr netten Gruppe Israelis unterhalten hatte, denen ich mich anschließen wollte.

Ich quartierte mich im „Sun Set“ ein, wo meine neuen israelischen Freunde wohnten und unternahm eine Wanderung Fluss aufwärts. Zuerst wurde ich durch die Unmengen von Schweiß und dann durch den Regen nass, der mich auf dem Rückweg überraschte. Nach einer warmen, angenehmen Dusche in meinem eigenen Bad suchten wir, der nette [Name vergessen], Elli, Beanie und ein anderes israelisches Mädel das „Himalaya Gold“ (eine Art Teehaus), aber leider gaben die anderen sehr schnell auf… Ich ging mit Neria und Jael ins „Olive Garden“, wo ich einen vorzüglichen Chocolate Ball (entspricht einer Rumkugel, wie man Sie in Norddeutschland beim Bäcker findet, doch sind die indischen Exemplare viel leckerer) und Dum Alloe aß.

 

 

Mo, 13.8.12

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Wir hatten im Orchard House übernachtet und traten nach einem üppigen Frühstück im Dylans (wunderbares Café!) den Weg nach Kasol an, da wir dort unsere restlichen Sachen deponiert hatten. Der Bus war diesmal derart langsam, dass wir um 5 Uhr nachmittags ankamen. Dies bedeutete für Saurabh einen weiteren Tag in Himachal Pradesh (er musste bis zum 15.8. ein Programm fertigstellen, was für ihn viel Stress bedeutete). Wir packten unsere Sachen und nahmen nach Anbruch der Nacht ein Taxi (850Rs) nach Tosh, wo wir im „Pink Floyed“ [Ja, Pink FloyED, warum auch immer] ein Zimmer bekamen.