12.8.12.: Ein Tag in schwindelerregenden Höhen

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Am folgenden Tag machten wir uns, nachdem wir meinen platten Hinterreifen wieder mit Luft befüllt hatten, auf den äußerst matschigen Weg zum Rohtang-Pass. Nachdem wir die ersten 20m Matsch bzw. nicht vorhandene Straße durchkämpft hatten, beschlossen wir, mein Motorrad im Dorf abzustellen, da ich einfach nicht die Erfahrung hatte, um solches Terrain mehrere Kilometer zu durchqueren. Dort angekommen merkten wir, dass mein Reifen schon wieder platt war, 150 Rupien kostete uns der Spass, den völligst kaputten Schlauch zu ersetzen. Wir machten uns mit Saurabhs Avenger auf den Weg über die Matsch-Serpentinen und fanden uns kurz darauf in einem unglaublichen Stau (im Matsch) mit kleinen Familienautos, Jeeps, Touristen-Bussen, Royal Enfields, LKW, die viel zu groß für diese Straße waren und viel, viel Matsch wieder. Die Straße hatte sich in ca. 25cm hohe Matsch-Schicht verwandelt, unter der sich lose Steine und Erdboden befanden.

Saurabh kämpfte sich Tapfer durch das Schlam(m)assel, während ich über Abkürzungen und zu Fuß die Haarnadelkurven umging und beim Anschieben von diversen Kleinwagen half, mich von Indern auf ihren Wunsch fotografieren lies und das ganze Spektakel von oben betrachtete.

Als Saurabh sich durch den Stau gekämpft hatte, wurde die Straße besser und man konnte sie wieder als solche bezeichnen..

Der Himalaya offenbarte uns seine wahre Schönheit: Unendliche Weiten und schneegekrönte Berge…

Unbeschreiblich.

Am höchsten Punkt des Rohtang Passes (3978m über n.N.) hielten wir, spazierten über die Ebene zu einer Schlucht, schossen dort ein paar Bilder und staunten. In einer Art Bude aus gelben Plastikplanen stärkten wir uns mit Chai und erklommen den Berg auf der der Ebene gegenüberliegenden Straßenseite. Saurabh war das Wandern nicht so gewöhnt wie ich, immerhin hatte ich mehr als eine Woche Trainings-Vorsprung, und brauchte dementsprechend länger. Die Wanderung war durch die dünne Luft extrem anstrengend und wortwörtlich atemberaubend. Mehr als 10m schafften wir zum schluss nicht mehr, ohne eine Pause einzulegen, um wieder zu Atem zu kommen. Auf genau 4250m (laut GPS) ließen wir uns auf einer schrägen Steinplatte nieder und genossen die Stille. Om nama Shivaya.

[…]

Unten angekommen, traten wir wieder den beschwerlichen Rückweg an, da Saurabh den Bus um 20 Uhr nach Delhi bekommen musste, was er aber nicht schaffte: Wir kamen nach Anbruch der Nacht an und gaben die Motorräder zurück. Scheinbar zahlten wir nur 1500Rs für die Bikes, was ich für gerechtfertigt halte, nach diesen Problemen mit den Kisten…

 

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Über Niko

For Saurabh: "Once you asked me how my journey to India would affect my life in my western home country...I can tell you now: It changed my thinking subconsciously, my behaviour, my outlook on life and the world as a whole. It changed my personality and strengthened my character. But still I am the same person. But I know: If I lose everything - there is a place in the world that will calm me down and cushion me. It's like having a second home..."

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