Mi, 8.8.12, Kasol und Malana: Saurabh, mein Bruder.

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Heute kam Saurabh.

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Nachdem wir auf dem Dach eines Restaurants in Kasol gefrühstückt, einige wichtige Sachen eingekauft hatten und ich ihm Kasol in groben Zügen gezeigt hatte, beschlossen wir spontan nach Malana aufzubrechen. Raz reiste am selben Tag nach Manali (nicht Malana), bzw. im Anschluss nach Mumbai ab. Alex war nicht aufzufinden, also stiegen wir alleine in den abenteuerigen Holper-Bus. Wir hatten „nur das Nötigste“ in meinen Trekkingrucksack gepackt, er war aber immernoch ziemlich sackschwer. Alles Unnötige ließen wir im Guesthouse.

Nach einigen Kilometern mit dem Bus richtung Jari blockierte ein von der Straße abgekommenes Baustellenfahrzeug den Weg und wir legten den Rest der Strecke zu Fuß zurück. Die Straße führte serpentinenförmig den Berg hinauf, was uns dank des wunderbaren Wetters nicht im geringsten störte.

In Jari angekommen mieteten wir uns ein Taxi für 500Rs (Saurab did this) und fuhren den halben Weg wieder zurück ins Tal… Denn dort befand sich das Wasserkraftwerk – der einzige Weg, um durch Chowki ins Malana-Tal zu gelangen. Wir mussten einige Passkontrollen über uns ergehen lassen, fuhren durch das Kima-Tal und wurden am Fuße des steilen Bergpasses aus dem Taxi gelassen.

Ein beschwerlicher, aber sehr schöner Marsch begann… Allerdings nicht so heftig, wie der Marsch von Kasol zum Bergdorf Rasol. Diese Strecke hatte ich mit Raz einige Tage zuvor zurückgelegt.

Oben angekommen trafen wir meinen „ersten Malaner“. Er wollte uns etwas verkaufen und legte den Gegenstand dazu auf den Boden, damit wir ihn danach aufheben konnten.

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Die Dorfbewohner von Malana dürfen wegen ihrer „Sonderform“ des Hinduismus keine Andersgläubigen und sogar Hindus (die allesamt aus der Sicht der Malaner als Niederkastig gelten) berühren. Dasselbe gilt auch für Häuser und heilige Steine im Dorf: Bei einer Berührung durch einen Fremden wird das Haus, der Stein oder der Malaner „spirituell“ verunreinigt und muss sich einem komplizierten Reinigungsritual unterziehen. Alle Gegenstände des Hauses, alles Hab und Gut des Dorfbewohners werden verbrannt und der Malaner beginnt ein neues Leben…

[Wie ich einige Tage später von Chappu, dem Chef der Bergwacht, erfahren habe, sind Malaner sehr, sehr misstrauisch gegenüber allem neuen. Wenn fremde die malanesischen Frauen nicht berühren, dann kommt es auch zu keiner Heirat, ungewollten Kindern etc., so das Prinzip. Strom gibt es mittlerweile schon, was 2007 zu einem riesigen Feuer führte – ein Großteil der alten Häuser, samt Tempel mit eingravierter Dorfgeschichte, wurden vernichtet. Desweiteren ist Plastik ein wahrer Fluch für das „Ökosystem“ in Malana. Kühe und Schweine halten die Straßen sauber -doch fressen sie kein Plastik.]

Die Berührung von Steinen wird mit hohen Geldstrafen geahndet. Auf Schildern steht zwar 2000 Rupien, doch ist der Betrag wesentlich höher, da von dem Geld eine Opferziege gekauft werden muss – und die Kosten für eine Ziege sind in den letzten Jahr(zehnt)en um ein vielfaches gestiegen.

Malana war viele Jahrhunderte isoliert und gilt als die weltweit älteste, noch bestehende Demokratie. Wahrscheinlich sind sie die Nachfahren von Truppen Alexanders dem Großen, die er in dieser Gegend zurückgelassen hat.

Nachdem wir uns am höchsten Punkt Malanas auf einem (nicht heiligen 😉 ) Stein niedergelassen hatten, unsere nassgeschwitzten T-Shirts durch frische ausgetauscht und uns etwas ausgeruht hatten, quartierten wir uns im Dragon Guesthouse, in einem 300Rs teuren Zimmer ein, was auch einen kleinen Ofen (+300Rs für das Feuerholz) hatte.

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Über Niko

For Saurabh: "Once you asked me how my journey to India would affect my life in my western home country...I can tell you now: It changed my thinking subconsciously, my behaviour, my outlook on life and the world as a whole. It changed my personality and strengthened my character. But still I am the same person. But I know: If I lose everything - there is a place in the world that will calm me down and cushion me. It's like having a second home..."

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