30.8.12: Der Tag der Abreise.

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Der letzte Tag brach an und sollte noch stressiger werden. Gaurav und ich trafen uns viel zu früh (8:30), weder Geldwechsler, noch Poststation waren geöffnet und wir rannten durch ganz Mumbai. Nach der zweiten staatlichen Postfiliale fanden wir endlich die „Richtige“ (Foreign Post Office) und informierten uns über die Versandkosten, allerdings über das falsche Gewicht (Sitar + Koffer wiegen nicht 5-6kg, sondern 9,5kg). Es war nun 11 Uhr und ich hatte noch eine Stunde, bis ich aus dem Hotel ausgecheckt sein musste, doch davor mussten wir zu Thomas Cook, um Traveller Checks einzulösen.

Kein Taxi wollte uns danach mitnehmen, da diese auf „das große Geld“ aus waren und unsere Strecke zu kurz für sie war, weshalb wir laufen mussten, was sich als äußerst stressig erwies. Es begann zu regnen und wir wurden nass bis auf die Knochen. Die Knie meldeten sich auch zu Wort (Schmerzen) und ich war durch den kurzen und schlechten Hotelschlaf sehr schwach, genervt und todmüde. Ich hatte mein Geld um 11:50 und wir nahmen dann doch ein teures Taxi, um noch rechtzeitig anzukommen. Wir nahmen das Gepäck, brachten es zur Bahnstation, um es im Stauraum zwischenzulagern. Danach ging es nocheinmal zu Thomas Cook, um die restlichen Traveller Checks einzulösen. Ich hatte mir Sorgen gemacht, dass das Geld nicht reichen würde, um beide Instrumente zu kaufen, doch es rechte glücklicherweise ganz locker, ich hatte sogar noch zwei Traveller Checks übrig. Ich drückte den Gesamtpreis der Instrumente von 39000 Rs auf 36000 Rs und war sehr stolz auf meine in Indien erworbenen Handelsfertigkeiten.

 

Nun ging es zur Poststation, um die Instrumente zu versenden.

Die Post-Tölpel behaupteten ersteinmal, dass das Paket zu schwer sei, auf Gauravs Drängen checkten sie aber nocheinmal die Kriterien für Deutschland – auf einmal kein Problem! Ich entschied mich dafür, die Tablas auch zu versenden, anstatt sie als Handgepäck mitzunehmen, was sicherlich sehr weise war, da El Al Israel Airlines diesmal noch viel schlimmer in meinem Privatleben schnüffelte, als beim Hinflug. Tablas könnten ja evtl explodieren, oder so…

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(Wegen der miserablen Lichtverhältnisse ist das Bild so verwackelt… Es zeigt den Vorgang des Verpackens)

Das Versenden dauerte ziemlich lange, sodass wir nur noch essen und dann zum Airport wollten. WIedermal wollten die Taxifahrer nicht fahren und wir liefen – direkt in ein gigantisches Unwetter, eine Sintflut, welches mich bis tief unter die Haut und mein Gepäck durch und durch durchnässte. Dies sollte den ersten Teil der Flugstrecke zur Hölle machen. Wir fanden nciht das geschünschte Restaurant und aßen Burger in einem etwas gehobeneren Hotel, für die astronomische Preise verlangt wurden: Sie gingen in den vierstelligen Rupienbereich (1063 Rs). Wir aßen Gauravs lieblingsdessert, was er das letzte mal vor 10 Jahren gegesen hatte. Das Dessert hatte ich bereits in Goa gegessen und war formidabel.

WIr kauften in der hauseigenen Konditorei ein, was sich als keine gute Idee erwies. Die Speisen waren noch mieser als die Burger und etwas als Berliner zu bezeichnen, was totfritiert wurde, zäh wie eine Schuhsohle ist und mit einer derart widerlichen Vanillecreme, oder etwas, was eine solche sein sollte, zu bezeichnen, grenzt an einen Skandal 😉

Wir bezahlten, gingen zur Bahnstation und kauften ein Ricket am Prepaid Taxistand. Es war bereits 7 Uhr abends, eine Stunde zuvor wollte ich eigentlich schon am Airport sein, dementsprechend gestresst war ich auch. Der großkotzige Taxifahrer verlangte 200 Rs mehr (Normalpreis: 350Rs), weil wir zur Hauptverkehrszeit fahren wollten. Ich machte ihm kurz und knackig klar, dass er um seine Gesundheit zu fürchten hatte, wenn er versuchte, mich über den Tisch zu ziehen. [Dies ist natürlich eine maßlose Übertreibung meinerseits, auch wenn ich den Typen am liebsten… naja, lassen wir das, ganz schlechtes Karma. 😉 ]
Er hatte sowieso vor, die 200 Rs einzustecken und den Auftrag an einen armen Kollegen abzuwälzen und das dauerte weiter 20min.

Der Verkehr war fürchterlich und die Fahrt zog sich, wie ein alter, zäher Kaugummi. Nachdem Gaurav dem Fahrer 50RS extra versprach, wenn er sich beeile, ging es etwas schneller, aber wir brauchten doch mehr als zwei Stunden.

Ich wechselte vor dem Airport meine restlichen Rupien und überließ Gaurav mein Kleingeld. Das Einchecken sollte sich als pure Stresstortur erweisen. Ich war der letzte Passagier der eincheckte, obwohl ich um 21:30 emit dem Check-In begann. Um 23:00 sollte der Flieger abheben.

Ich wurde mit unangenehmen Fragen über mein Studienfach, meine Eltern,den Inhalt meines Gepäcks, den Grund und die Route meiner Reise gelöchert- und alles musste bewiesen werden! Ich hatten icht von allem Fotos gemacht und ic hhatte auch nicht von allem, von dem ich berichten musste Souvenirs. Ich musste mich bei Facebook einloggen und alle Bilder zeigen, während die El Al-Angestellten (nicht die Sicherheitsbeamten, die von El Al angestellt wurden) zur Eile drängten. Nach dem auseinandernehmen meines Gepäcks wurde ich recht fix durch alle Check-In-Schlangen geschleust und gelangte, immer noch mit völligst durchnässter Hose ins Flugzeug, widerlich.

In Tel Aviv hatte ich nicht wirklich viel Zeit, um einzuchecken, doch ich kam, trotzeiner weiteren äußerst entwürdigenden und peniblen Sprengstoffkontrolle, rechtzeitig zum Gate, aber auch keine Minute zu früh, mit Rennen.

Mein Handgepäck war übrigens dank regen total durchnässt, voll mit Seifenresten und Papierfetzen des Reiseführers.

Ich kam glücklich, sicher und pünktlich in Frankfurt am Main an, bis auf den ausgelaufenen Hustensaft und einigen zerbrochenen Tongefäßen aus Delhi war alles ganz geblieben.

Ich komme wieder. Ganz bald.

Om nama Shivaya.

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Über Niko

For Saurabh: "Once you asked me how my journey to India would affect my life in my western home country...I can tell you now: It changed my thinking subconsciously, my behaviour, my outlook on life and the world as a whole. It changed my personality and strengthened my character. But still I am the same person. But I know: If I lose everything - there is a place in the world that will calm me down and cushion me. It's like having a second home..."

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