Archiv der Kategorie: Briefe

Brief 6

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So, 26.8.12, 23:50

 

Meine liebe Nina!

Endlich sitze ich, bzw. ich liege eigentlich, im Zug nach Mumbai.

ich habe nun 6 Tage in Delhi verbracht, habe allerdings nicht so viel von der großen Stadt gesehen, da ich heftigst mit Krankheiten wie Bronchitis, Halsschmerzen, Grippe, Magen-Darm-Beschwerden usw. zu kämpfen hatte. Mir geht es aber schon wieder besser und ich freue mich wie wahnsinnig Dich in 4 Tagen endlich wieder in meine Arme schließen zu können. Es ist nicht so, dass ich gar nichts von Delhi gesehen hätte, ich habe zwar die meiste Zeit bei Saurabh, Parul, Mohit, Shashi, Ayush und „the strong Guy“ verbracht, habe aber auch einiges von Paharganj, einem Viertel des Main Bazars verbracht, wo ich meine Kashmiri-Freunde Quayoom, Waseem und Ali kennengelernt habe. In Paharganj gibt es alles, was das Touristen-Herz begehrt: Tausende bunte Läden mit allem, was in Indien hergestellt wird, dreckige, teure Hotels, einen Gemüse-Markt zum drüberschlendern und staunen, jede Menge Chai Stalls und vieles, vieles mehr.

Der Connaut Place ist auch sehr beeindruckend. Er ist wie ein Verkehrskreisel aufgebaut und besteht aus mehreren Ringen, die aus massiven britischen Gebäuden bestehen und alle möglichen, hauptsächlich teuren Läden beherbergen, aber auch einen tollen Straßenladen mit den besten Milchshakes Indiens! Leckerleckerlecker…

Man mag es kaum glauben, aber auch ein Besuch im Hollywood-Kino (ich glaube es gibt Hollywood-Kinos und Bollywood-Kinos) wird zum ganz besonderen Erlebnis: Inder lachen nicht nur laut, die bejubeln auch die Schauspieler, wenn diese einen besonderen Spruch reißen oder im Film eine besondere Leistung erbringen!

„McD.“ alias MacDonalds ist ähnlich widerlich wie das deutsche Pendant, hat aber eine komplett andere Speisekarte. Hier gibt es „McEgg“ [soll bald in Deutschland als „McBacon“ verkauft werden…], neben dem qualitativ minimal hochwertigeren Veggie-Burger. Fleisch interessiert dich zwar generell weniger, soll aber dennoch erwähnt werden: Es gibt nur Qualfleisch von Hühnern, was vorzugsweise roh serviert wird…

Das besondere an Delhi ist übrigens, dass die Stadt komplett horizontfrei ist! Dank Smog…

[…]

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Brief 5

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Meine Liebe Nina!

Bald bin ich endlich in Delhi und ich freue mich wie ein Kind auf den Himalaya. Der Zug wackelt ziemlich und ich liege im „dritten Stock“ auf meinem Bett. Eine halbe Stunde zuvor habe ich mit meinem wirklich äußerst netten Abteilnachbarn zu Abend gegessen. Es ist eine sehr große muslimische Reisegruppe, die (fast?) nur aus Männern besteht. Sie sind sehr gläubige (und noch freundlichere) Moslems, die mit wenigen Ausnahmen traditionelle weiße Gewänder, weiße Käppchen und lange Vollbärte tragen. Gerne würde ich ein Foto machen, aber ihre Religion verbietet es. Unter ihnen sind zwei Professoren (Mathematik und IT-Wissenschaften) und der nette Abdulhamed, der für die Reise übrigens blau trägt. Er lebt seit fast 10 Jahren in Australien. Der Zug fängt jetzt ziemlich an zu wackeln und ich werde mich jetzt mal hinlegen… […]

Brief 4

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Sa, 28.7., 21.30

Hey meine liebste Nina,

es ist dunkel und ich sitze auf einer Bank (zusamen mit zwei zwilichtigen Gestalten) im Bahnhof von Hubli. Es ist nicht wirklich warm und ich sehne mich danach mit dir unter einer Bettdecke zu kuscheln…

Heute habe ich tatsächlich ein kleines Geschenk für dich gefunden, aber wahrscheinlich muss ich es nocheinmal umnähen, weil es zu groß für dich ist.

Es sind um diese Uhrzeit noch unglaublich viele Leute unterwegs und es stinkt fürchterlich nach Exkrementen.

Jetzt haben wir uns seit 12 Tagen nicht mehr gesehen und ich vermisse dich wirklich ganz entsetzlich… Wie soll das bloß in zwei Wochen werden?

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Brief 3

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Meine liebe Nina!

Im Moment sitze ich in einem Dorf, was ca. 15.km von Hampi entfernt ist und warte auf den Motorradvermieter, weil ich einen Platten habe.

Ein alter Mann sitzt neben mir und schaut mir begeistert zu, wie ich schreibe. Er ist wahrscheinlich Analphabet: Gerade eben hat er mir das Buch aus der Hand genommen und seinem Freund, einem anderen älteren Herrn gezeigt.

Hampi ist zwar recht touristisch, aber trotzdem wunderschön. Überall sind riesige Felsberge aufgeschichtet, wer hat sich diese Mühe wohl gemacht? Die Tempel rund um Hampi sind mal riesig groß, mal fassen sie nur ein paar quadratmeter und wirken durch ihre große zahl (über 950 Monumente!) sehr unwirklich. Zwischen den Felsbergen wachsen Büsche unddie Einheimischen pflanzen zudem Kokospalmen, Bananenstauden- und Zuckerrohrfelder an. Ich bin sehr müde, weil ich auf den indischen Matratzen, die sehr dünn und nur mit hartem Stroh gefüllt sind, nicht so gut schlafe.

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Brief 2

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Goa, 22.7.12, Fishlands 20:30

Hey Nina!

Heute war ein ziemlich cooler Tag. Nachdem ich morgens eine Schlange vor dem Haus gesehen habe, gings erstmal zum Strand, wo ich ein bisschen rumspaziert bin und Fotos gemacht habe.

Danach haben mich Sydelle und ihr freund Shaggy abghohlt und wir sind mit den Motorrädern nach Süd-Goa gefahren. Shaggy ist wirklich ein sehr guter Motorradfahrer, aber er fährt wirklich sehr indisch (zu schnell). Der Süden von Goa ist traumhaft schön, Palmen, Reisfelder überall und der Boden ist aus rostrotem Vulkangestein, Es ist dort total „dschungelig“, viele Berge, alles ist überwuchert mit buschigen Urwaldpflanzen. Wir sind dann zu einer Kirche (Goa ist größtenteils katholisch) auf einem Berg gefahren und dann zu einer Steilküste von unbeschreiblicher Schönheit. Auf dem Rückweg haben wir in einem kleinen Restaurant (eine Mischung aus Gasthaus, Spelunke und Fressbude) Sausage Bread, eine goanische Spezialität, gegessen.

Im Moment sitze ich im Fishlands und lasse mich totstechen, weil ich meinen Repellant vergessen habe… Naja, ich wohne im Nachbarhaus 🙂

Das Fishlands ist ein gemütliches Restaurant mit leckeren goanischen Spezialitäten und ist für unsere Verhältnisse supergünstig.

[…]

Morgen gehts wahrscheinlich nach Hampi, bin sehr gespannt.

Liebe Grüße […],

dein Nikolas

PS: OHHH! Ganz vergessen! Ich habe heute auch meinen ersten wilden Affen gesehen!

Brief 1

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Freitag, 20.7.2012, Colva.

 

Hey!

Gestern wars richtig anstrengend. Der Taxizuweiser zockt den müden Backpacker ab und dann gehts mit Sack und Pack nach Fort, ein ganz netter Teil Mumbais, in dem Arm auf Reich trifft, bzw. Tür an Tür miteinander lebt [So ist es mir zumindest bei meinem ersten Besuch in Mumbai vorgekommen]. Der Stress hatte dann endlich ein Ende, als Virali kam und mir zusammen mit einem Freund ein wenig die Stadt gezeigt hat. (Seinen Namen habe ich leider vergessen, Schande über mich.) Weil es mir in Mumbai enifach zu wuselig war, habe ich beschlossen weiter zu fahren. Um 7 Uhr abends, da war es bei Dir erst 15:30, habe ich einen Nachtbus nach Margao genommen, das ist im mittleren Süden Goas. Hier hat mich dann eine ander Couchsurferin, Sydelle, per Sms zu einem günstigen Hotel direkt am Meer gelotst und hier sitze ich auch jetzt, frisch geduscht, endlich!

Kleiner Tipp: Fahre NUR in Sleepern (Bett-Busse), wenn Du nach Indien fährst!

Die Fahrt war nicht nur lang (17h), sondern auch sehr holperig, voller unnötiger Pausen, laut (Indiens Straßen = Hupkonzert) und vor allem: Unbequem! Manche Inder sind unter Umständen sehr rücksichtslos und klappen ihre Sitze bis zum Anschlag zurück, sodass einem fast die Beine brechen!

Das Wetter ist eigentlich ganz erträglich, wenn man nicht stillsitzen muss und sich totschwitzt.

Ab und zu gibts mehr oder gar nicht heftige Regengüsse, sehr erfrischend. Ich glaube, ich bleibe 4 Tage hier, erstmal ausruhen und wieder zu Kräften kommen 🙂 Gesund bin ich auch (noch).

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Dein Nikolas